Rekonstruktion römischer Kleidung

Bei der Rekonstruktion römischer Kleidung des 1. und 2. Jahrhunderts nach Christus versuchen wir uns an den antiken Originalen so weit als möglich zu orientieren. Allerdings ist uns bewusst, dass sich die von uns benutzten Materialien und Methoden den Originalen nur annähern können. Als Vorbilder dienen vor allem Statuen, Reliefs, Fresken sowie antike Stofffunde. Weiterhin haben wir die leider sehr spärliche antike Literatur sowie die moderne Literatur zu diesem Thema hinzugezogen. Bei der Rekonstruktion haben wir moderne Woll- und teilweise auch Seidenstoffe verwendet, die in ihrer Webart (z.B. Leinwandbindung) den antiken Funden ähneln. Bei der Färbung haben wir so weit als möglich auf Farbstoffe zurückgegriffen, die schon in der Antike Verwendung fanden. Sämtliche Kleidung wurde mit der Hand genäht.

Die römische Matrona des späten 1. Jahrhunderts - Senatorengattin

Die Rekonstruktion der Kleidung orientiert sich an Statuen des 1. Jahrhunderts. Die gezeigte Kleidung der römischen Matrona besteht aus der Calasis, einer Sonderform der Tunica, die anstelle von Schulternähten mit Knöpfen zusammengehalten wird, einer Stola und einer Palla. Alle Kleidungsstücke sind aus Wollstoff hergestellt. Die Schuhe (Rekonstruktion Ivor Lawton) sind nach einem Fund aus dem Haus des Präfekten in Vindolanda am Hadrianswall rekonstruiert. Der Schmuck ist nach Funden aus Herculaneum und Pompeji angefertigt. Die Frisur (Rekonstruktion Manuela Prieß) ist nach Porträtbüsten der Kaiserin Domitia Longina, Ehefrau des Kaisers Domitian, gearbeitet.

Der römische Senator des 1. Jahrhunderts

Die Rekonstruktion der Kleidung orientiert sich am Bilderfries der Ara pacis, dem Friedensaltar des Augustus, und an Toga Statuen des 1. Jahrhunderts. Die Kleidung des römischen Senators besteht aus einer Tunica mit breiten Purpurstreifen und der Toga praetexta (Amtstoga). Die rekonstruierte Lacerna, ein Mantel, wurde sowohl zum Schutz über der Toga als auch nur über der Tunica getragen. Alle Kleidungsstücke sind aus Wollstoff gefertigt. Die Schuhe (Rekonstruktion Hans Binsfeld) weisen den Träger durch die Halbmondanhänger (Rekonstruktion Astrid Dingeldey) und die zwei Knoten, corrigae, als Patrizier aus. Die Frisur entspricht der Mode der Zeit.